Campingkocher ohne Gas?!

Beim Stichwort Campingkocher denken viele direkt an Gaskocher. Es gibt allerdings auch Campingkocher, die mit anderen Brennstoffen betrieben werden.
Egal ob man auf Gas verzichten möchte (Bedenken bei der Sicherheit) oder auf Gas verzichten muss (verwendung bei kalten Temperaturen oder großer Höhe). Es gibt einige Alternativen, die ich im Folgenden vorstellen möchte.

Spirituskocher

Eine Möglichkeit das Gas zu umgehen, sind die Spirituskocher. Hier wird als Brennstoff, wie der Name schon vermuten lässt, Spiritus (Ethanol) eingesetzt.

Der Spiritus wird in ein Gefäß gefüllt und auf dieses wird der Brenner gesteckt oder geschraubt. Dazu wird meistens ein Gestell benötigt, auf das man sein Kochgeschirr zum erwärmen stellen kann. Teilweise ist das Gestell auch schon in der Konstruktion integriert.

Einfache Spirituskocher sind schon für einen erschwinglichen Kurs zu haben, was sie vorallem bei Einsteigern und Gelegenheitsnutzern beliebt macht. Dazu kommt, dass die Handhabung intuitiv und einfach ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass Spiritus gut verfügbar ist. Wenn man in Baumärkten nicht die passende Gaskartusche findet, so gibt es doch häufig eine Flasche Spiritus. So braucht man sich weniger Gedanken über die Brennstoffversorgung machen.

Der Spirituskocher hat allerdings auch ein paar gravierende Nachteile. Im Vergleich zu Gaskochern hat er eine deutlich geringere Heizleistung. Diese lässt sich zwar mittels Windschutz verstärken, jedoch wird man damit sein großes Kochgeschirr Zuhause lassen müssen. Ist man bei kalten Temperaturen oder in großer Höhe unterwegs, geht die Heizleitung sogar noch stärker zurück, sodass man diese Campingkocher vorallem bei Trips während wärmerer Tage wählen sollte.

Benzinkocher

Benzinkocher sind von ihrer Funktion und vom Aufbau, die komplexesten Campingkocher. Bei diesen Modellen wird als Brennstoff Benzin verwendet. Daneben gibt es auch sogenannte Mehrstoffkocher. Bei diesen ist es möglich, mit austauschbaren Düsen auch Petroleum oder Diesel zu verbrennen.

Ein Benzinkocher im Freien

Benzinkocher mit Windschutz

Ein Benzinkocher hat immer eine Verbrennungseinheit und einen Vorratsbehälter für den Brennstoff. Der Vorratsbehälter wird vor der Benutzung unter Druck gesetzt. Dies geschiet meistens mit einer Pumpe. Durch den Überdruck im Verratsbehälter wird das Benzin zur Verbrennungseinheit gedrückt. Dort trifft es auf einen Verdampfer, der das Benzin über den Siedepunkt hinaus erhitzt. Das gasförmige Benzin trifft dann auf eine Prallplatte um ein Luft-/Gasgemisch herzustellen. Dieses Gemisch wird dann letztendlich verbrannt und es kann auf der Flamme gekocht werden.

Der größte Vorteil dieser Campingkocher ist die Beschaffung des Brennstoffs. Benzin bekommt man an jeder Tankstelle. Auch an abgelegenen Orten oder im Ausland, lässt sich immer irgendwo eine Tankstelle finden. Ist man also häufig weiter Abseits unterwegs, kann man über einen Benzinkocher nachdenken. Außerdem funktionieren Benzinkocher sowohl bei kalten Temperaturen und großen Höhen ohne großen Verlust der Heizleistung. Sie sind also auch eine gute Alternative wenn man vorallem im Winter untergegs ist.

Der Benzinkocher hat natürlich auch einige Nachteile. Durch seinen komplexen Aufbau, sind diese Campingkocher sehr schwer, lassen sich nicht so klein zusammenfalten wie Gaskocher und belasten das Campinggepäck so nicht unerheblich. Dazu kommt, dass man einen Benzinkocher immer vorheizen muss, damit der Verdampfer heiß genug ist um das Benzin zu verdampfen. Er ist also nicht ohne weiteres direkt einsetzbar. Dieser Punkt birgt auch gleichzeitig Gefahren bei der Handhabung. Nutzt man zu viel Brennstoff zum vorheizen, kommt es schnell zu Stichflammen und dadurch zu Unfällen.

Ein weiterer Nachteil ist die aufwendige Wartung und Reinigung. Gerade beim Vorheizen entsteht viel Ruß und Rauch, welcher sich an dem Campingkocher absetzt und so relativ schnell die Funktion beeinträchtig. Also ist es nötig den Kocher regelmäßig zu reinigen und zu warten. Was gerade unterwegs nicht immer einfach ist.

Auch auf Campingplätzen wird ein Benzinkocher nicht so gerne gesehen. Diese Art von Campingkocher ist im Betrieb sehr laut. Möchte man sich spät Abends noch eine Mahlzeit zubereiten oder früh Morgens seinen Kaffee zubereiten, kann es durchaus passieren, dass man den halben Zeltplatz weckt. Dadurch macht man sich natürlich keine Freunde.

Feststoffkocher

Jeder der mal bei der Bundeswehr war wird ihn kennen. Den sogenannten Esbit-Kocher. Brennstoffwürfel anzünden, Kochgeschirr drüberhalten oder stellen und das Essen oder das Wasser wird warm. Simpel und leider genauso effizient.

Dieser Campingkocher ist absolut minimalistisch gehalten. Er hat die geringste Heizleistung, die Brennstoffbeschaffung gestaltet sich unterwegs häufig schwierig und es braucht ewig, bis man etwas erwärmt hat.

Der geringe Preis, das Gewicht und die Größe machen ihn trotzdem zu einem tollen Begleiter, wenn man nur geringe Mengen auf seltenen Kurztrips erwärmen möchte.

 

Wie man sieht, gibt es doch einige Alternativen zum Gaskocher. Für den „Otto-Normal-Camper“ empfehle ich den Gaskocher. Hier passt einfach die Mischung aus einfacher Handhabung, Leistung und Sicherheit. Für spezielle Fälle kann es sich aber durchaus lohnen auf einen alternativen Campingkocher ohne Gas zurückzugreifen.

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